Deutsche Schüler Akademie (DSA) - ein Bericht

Erfahrungsbericht Deutsche Schüler Akademie 2018

Mein Name ist Claire Sophie Patzig und ich besuche momentan die 11. Klasse.

In der Zukunft möchte ich in den Naturwissenschaften tätig werden und beschäftige mich daher auch neben der
Schule mit Mathematik, Physik und Chemie. Im vergangenen Jahr hatte ich die Chance mich intensiv mit allen dreien zu beschäftigen im Rahmen der Deutschen Schüler Akademie. Die Stiftung Bildung und Begabung wirbt mit hohem Leistungsanspruch, Wissensvermittlung auf Studiums Niveau und intellektuellem Anspruch. Ich habe am Kurs Quantenchemie in Braunschweig teilgenommen. Meine DSA (Deutsche Schüler Akademie) setzte sich zusammen aus um die 90 Jugendlichen, den Kursleiter und den Akademieleitern.

Solch eine Akademie läuft sehr strukturiert ab. Bis um 8.30 Uhr findet das Frühstück statt, anschließend treffen sich alle zum Plenum. Dabei werden die Tagespläne und Aktivitäten besprochen. Darauffolgend findet die erste Kursschiene statt bis um 12 Uhr. Anschließend wird zu Mittag gegessen und der tägliche Blick auf den KÜA Plan folgt. KÜAs sind Kurs-übergreifende Aktivitäten, welche von den Teilnehmern selbst angeboten werden. Dazu gehört zum Beispiel Programmierung, Impro-Theater, historisches Tanzen, Volleyball und diverse Sprachen wie hebräisch, arabisch, portugiesisch etc.

Deutsche Schüler Akademie 2018: Genau hier leben wir in Deutschland

Das ist nur ein grober Überblick über die möglichen Aktivitäten. Außerdem wurde ein Chor gebildet mit zusätzlichem Orchester, in dem ich auch gespielt habe. Am Ende der Akademie fand ein öffentliches Konzert in einer Kirche statt. Anschließend folgt eine weitere Kursschiene und gegen 18 Uhr das Abendessen. Daran anschließend finden weitere KÜA Schienen statt, teilweise bis um zwölf.

Der Quantenchemiekurs baute sich aus vier Komplexen auf, zum einen die Mathematik. In den ersten zwei Kursschienen wurde einem das Wissen der gesamten Oberstufe und beginnendem Studium vermittelt. Dann folgte die Quantenmechanik. Jeder Kursteilnehmer hatte einen Vortrag zu einem der Komplexe vorbereitet, den restlichen Stoff lernten wir in Vorlesungen und intensiven Diskussionen. Es ging hautsächlich um die TISE (= time independent Schrödinger equation) bzw. die verschiedenen numerischen Annäherungen. Der Anspruch war teilweise auf Masterstudiums Niveau anzusiedeln. Der dritte Komplex war die Chemie unter Anwendung der
Quantenmechanik. Das letzte Themengebiet stellte die Informatik dar. Hierbei programmierten wir auf Kurseigenen Laptops Moleküle und deren Schwingungen. Während des Kurses galt es zwei Dokumentationen zu schreiben. Also kurze Artikel über die Kursthemen wie z.B. die Eigenfrequenzen von Molekülen, die Tailor Reihe und viele weitere. Diese wurden von allen Kursen gesammelt und uns schlussendlich zu geschickt.

Schülerakademie bedeutet weit mehr als der reine Kurs und das vermittelte Wissen. Es ist vor allem die Atmosphäre, welche so anziehend ist. Bei dem Auswahlverfahren wird auf vielseitige Interessen gesetzt. Nahezu jeder interessiert sich für Politik, liest viel und ist neugierig. Alle sind offen einander kennenzulernen. Diese Stimmung verbindet einander und führt dazu, dass man bis um 3 Uhr spielt, um sich dann für maximal fünf Stunden hinzulegen. Ich habe dort Freunde gefunden, mit denen ich mich auch nach der Akademie getroffen habe. Die Zeit verbindet
unfassbar, weil man sich der Einzigartigkeit der Situation jeden Tag bewusst ist.

Die Akademieleitung versucht außerdem mit besonderen Abenden für Stimmung zu sorgen. So fand eine Exkursion zum Wandern, Bergschacht erkunden oder DLR statt. Des Weiteren fand ein Volleyballtunier mit Cheerleading Wettbewerb statt und ein Berufsinformationsabend. An diesem konnte man alle Studierenden zu ihren Erfahrungen und Berufen befragen. Zur Unterhaltung wurde ein Pokerabend mit zahlreichen Spielen, Akademietalern als Währung und Bar eröffnet (selbstverständlich ohne Alkohol). Durch die gemeinsamen Abende wird eine Verbindung
geschaffen, welche nicht beschreibbar ist. Es entsteht auf dem Akademiegelände eine Art Mikrokosmos, welcher in 16 Tagen zwar zur vollen intellektuellen, körperlichen und psychischen Erschöpfung führt, gleichzeitig einen aber auch mit so viel Glück und Hoffnung erfüllt. Am Tag des Abschiedes gab es wohl keinen, der nicht geweint hätte. 90 Jugendliche lagen sich weinend in den Armen und beteuerten sich, sich wiederzusehen.

Die Akademie ist eine unfassbar einzigartige Erfahrung. Die 16 Tage sind genau so bemessen, um
einen an den Rand seiner Leistungsfähigkeit zu treiben. Aber sie gehören zu den prägendsten 16
Tagen meines Lebens.

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